04. Hiatahütte

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Hiatahütte

Tradition im Weingarten und gepflegtes Brauchtum!

 

Als Weinhüter bezeichnet man Männer aus dem Ort, die vor und während der Weinlese als „Aufsichtsorgan“ ehrenamtlich die verschiedenen Rieden bewachten.

Aufgabe der Weinhüter war es, die Wein- und Obstgärten vor der Ernte vor Dieben und Vogelfraß zu schützen.

Sobald die Hiatastange am Ortseingang aufgestellt war, durfte niemand mehr die Weingärten betreten.

Die Weinhüter waren auch noch in der Zeit nach dem 2.Weltkrieg bis in die 50iger Jahre aktiv.

 

Der Dienst begann zu Jakobi (25. Juli) oder Laurenzi (10.August) und endete, wenn drei Viertel der Weingärten abgelesen waren.

Die Trauben durften – auch von den Besitzern erst geerntet werden, sobald sie zur Lese freigegeben wurden.

 

Damals gab es noch niedrige und enge Weingartenkulturen (Stockkultur) die nur händisch bearbeitet werden konnten.

 

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Die Weingärten wurden vor der Lese  nochmals mit der Haue bearbeitet und dann die Erde mit dem Rechen glattgerecht. Dann durfte bis zur Weinlese niemand mehr die Weingärten betreten.

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Der Weinhüter sah also gleich an den Fußspuren, ob sich  jemand im Weingarten aufgehalten hat.

Die hier befindliche Hiatahütte auf dem sogenannten „Mühlberg“ diente den Weinhütern als Unterstand, als „Versorgungsstation“ und teilweise auch als Schlafstätte.

 

Von der Hiatahütte aus wurde auch das „Wetterschießen“ von den Weinhütern bewerkstelligt. Hierbei wurde - ähnlich wie beim „Böllerschießen“ – Schwarzpulver in Eisenrohren zur Explosion gebracht.

Einen weiteren Platz fürs „Wetterschießen“ gab es auch auf dem gegenüber liegenden Galgenberg.

Dieser Brauch des „Wetterschießens“ gab es auch in den Nachbargemeinden und hatte den Zweck, aufziehende Gewitter zu vertreiben, was nicht immer gelungen ist.